Macht ein Blockheizkraftwerk Sinn?
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Beitrag erschienen am 29.06.2026
Macht ein Blockheizkraftwerk Sinn?
Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen – und dabei die Energiekosten dauerhaft senken: Was lange vor allem Industriebetrieben vorbehalten war, ist heute auch für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbebetriebe im Raum Münster wirtschaftlich interessant.

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) nutzt einen einzigen Energieeinsatz doppelt und erreicht dabei Gesamtwirkungsgrade von über 90 Prozent. Ob sich eine solche Anlage für Sie lohnt – und welche Kombination mit weiteren Systemen das Maximum herausholt – erfahren Sie in diesem Beitrag.
Vorteile des Blockheizkraftwerks

Was ist ein BHKW?

Ein Blockheizkraftwerk ist eine kompakte Anlage, die gleichzeitig elektrischen Strom und nutzbare Wärme produziert – das Prinzip nennt sich Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dabei verbrennt ein Motor (meist Erdgas oder Biogas) Brennstoff, treibt einen Generator zur Stromerzeugung an und gibt die entstehende Motorwärme direkt ans Heizsystem ab. Anders als ein herkömmlicher Heizkessel, der nur Wärme liefert, verdient ein BHKW mit seinem selbst erzeugten Strom – entweder durch Eigenverbrauch oder durch Einspeisung ins öffentliche Netz.

Der entscheidende Vorteil: Wärme, die bei der Stromerzeugung ohnehin entsteht, wird vollständig genutzt. Dadurch können Gesamtwirkungsgrade von 85 bis über 95 Prozent erreicht werden – verglichen mit rund 40 Prozent bei konventionellen Kraftwerken.

Für wen lohnt sich ein BHKW?

Ein BHKW ist besonders wirtschaftlich, wenn Wärme- und Strombedarf über einen möglichst langen Zeitraum gleichzeitig anfallen. Typische geeignete Objekte sind:

  • Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser mit Warmwasserbereitung für mehrere Parteien
  • Gewerbebetriebe mit kontinuierlichem Energie- und Heizbedarf (Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel, Bürogebäude)
  • Pflegeheime, Hotels, Sportstätten und Schwimmbäder
  • Landwirtschaftliche Betriebe und Gewerbehöfe

Als Faustregel gilt: Eine Anlage rentiert sich, wenn sie mindestens 4.000 bis 5.000 Stunden pro Jahr läuft. Je höher der Eigenverbrauchsanteil am erzeugten Strom, desto schneller amortisiert sich die Investition.

Wie funktioniert ein BHKW technisch?

Im Kern besteht ein BHKW aus drei Hauptkomponenten: einem Verbrennungsmotor oder einer Mikroturbine, einem Generator sowie einem Wärmetauscher. Der Ablauf lässt sich vereinfacht so beschreiben:

  • Der Motor verbrennt Erdgas, Biogas oder bei Brennstoffzellen-BHKWs auch Wasserstoff und erzeugt mechanische Energie.
  • Der Generator wandelt diese mechanische Energie in elektrischen Strom um.
  • Motorabwärme und Abgaswärme werden über einen Wärmetauscher in das Heizsystem eingespeist.
  • Ein Pufferspeicher nimmt überschüssige Wärme auf und stellt sie bei Bedarf bereit.

Brennstoffzellen-BHKWs arbeiten ohne Verbrennung: Sie erzeugen Strom durch elektrochemische Reaktion und erzielen besonders hohe Wirkungsgrade bei geringer Lärmbelastung – ideal für Wohngebäude.

💡 Praxis-Hinweis

Nano-BHKW? Mikro-BHKW? Mini-BHKW?

Für ein typisches Einfamilienhaus in der Region Münster empfehlen sich Nano- und Mikro-BHKWs mit 0,5 bis 5 kW elektrischer Leistung. Gewerbeobjekte setzen meist auf Mini-BHKWs bis 50 kW el.

Schlering-Monteure bei der Arbeit
Schlering-Monteure bei der Arbeit
BHKW als Teil des Gesamtsystems

Maximale Effizienz durch sinnvolle Systemkombinationen

Ein BHKW entfaltet sein volles Potenzial, wenn es als Teil eines durchdachten Gesamtsystems installiert wird. Die Schlering GmbH plant und realisiert integrierte Lösungen, die mehrere Technologien optimal miteinander verzahnen:

BHKW + Photovoltaikanlage

Tagsüber produziert die PV-Anlage kostengünstigen Solarstrom, der vorrangig selbst verbraucht wird. Nachts und in sonnenarmen Zeiten übernimmt das BHKW die Versorgung. So ist das Gebäude nahezu rund um die Uhr mit selbst erzeugtem Strom versorgt. Überschüssiger Strom kann ins Netz eingespeist und vergütet werden. Ein Stromspeicher (Batterie) erhöht den Eigenverbrauchsanteil weiter.

BHKW + Stromspeicher

Ein Batteriespeicher puffert überschüssig erzeugten Strom und gibt ihn dann ab, wenn das BHKW gerade nicht läuft oder der Strombedarf seine Spitzen aufweist. Das erhöht den Eigenverbrauchsanteil deutlich und maximiert die Unabhängigkeit vom Strommarkt.

BHKW + Pufferspeicher + Heizanlage

Ein ausreichend dimensionierter Wärme-Pufferspeicher ermöglicht es, das BHKW in wirtschaftlich günstigen Zeiten laufen zu lassen und die Wärme zwischenzuspeichern. Eine bestehende Heizanlage (Gas-Brennwertkessel, Klimasystem) ergänzt das BHKW bei kurzzeitigen Bedarfsspitzen.

BHKW + Wallbox / Ladeinfrastruktur

Wer ein Elektrofahrzeug besitzt oder plant, kann den selbst erzeugten Strom des BHKWs direkt zum Laden nutzen. In Kombination mit einer Wallbox entsteht so ein nahezu emissionsfreier Fuhrpark zu minimalen Ladekosten.

💡 Schlering-Tipp

BHKW + Photovoltaik + Stromspeicher für Gewerbekunden

Die Kombination BHKW + Photovoltaik + Stromspeicher ist für viele Gewerbekunden die wirtschaftlich stärkste Lösung. Sie profitieren von maximaler Eigenversorgung, reduzierten Netzentgelten und mehreren Vergütungsquellen gleichzeitig.

Blockheizkraftwerk von Viessmann
Die verschiedenen Förder-Programme

Aktuelle Förderungen für BHKW im Raum Münster (NRW) 2026

Die Installation eines BHKWs wird über verschiedene Programme gefördert. Hier ein Überblick der wichtigsten Möglichkeiten, die aktuell für Privat- und Gewerbekunden im Raum Münster / Nordrhein-Westfalen relevant sind:

KWK-Zuschlag nach dem KWKG 2025 (Bundesförderung)

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG 2025) sichert Betreibern neuer KWK-Anlagen einen staatlich geregelten Zuschlag für den erzeugten Strom. Für kleine BHKW bis 50 kW elektrischer Leistung gelten seit April 2025 folgende Sätze:

  • Eingespeister KWK-Strom: 16 ct/kWh
  • Selbst verbrauchter KWK-Strom: 8 ct/kWh
  • Förderdauer: 30.000 Vollbenutzungsstunden (max. 3.500 h/Jahr, absinkend bis 2.700 h/Jahr bis 2029)

Wichtig bei dem KWK-Zuschlag der Bundesförderung

Seit dem KWKG 2025 (ab 01.04.2025) sind heizölbetriebene BHKW nicht mehr zuschlagsberechtigt. Erdgas- und biogasbetriebene Anlagen sowie Brennstoffzellen-BHKWs sind weiterhin förderfähig – vorausgesetzt, der CO₂-Emissionsgrenzwert von 270 g CO₂/kWh Energieertrag wird eingehalten

KfW-Programm 270 – Erneuerbare Energien (Bundesförderung)

BHKW-Anlagen, die auf Basis erneuerbarer Energien (Biogas, Biomasse) oder mit Brennstoffzellentechnologie betrieben werden, können über das KfW-Programm 270 zinsgünstig finanziert werden. Der Kredit deckt Investitionskosten einschließlich Planung, Projektierung und Installation ab.

BEG EM – Bundesförderung für effiziente Gebäude (Brennstoffzellen-BHKW)

Für Brennstoffzellen-BHKWs gilt eine Sonderregelung: Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM, KfW-Programm 458) können Zuschüsse von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten beantragt werden. Diese Förderung ist unabhängig vom klassischen KWK-Zuschlag und besonders attraktiv für Wohngebäude.

progres.nrw – Landesförderung Nordrhein-Westfalen

Das Land NRW fördert im Programm progres.nrw BHKW-Anlagen auf Biogas- oder Biomassebasis mit einer maximalen elektrischen Leistung von 250 kW, sofern die Anlage an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. Antragsberechtigt sind gewerbliche Unternehmen und juristische Personen. Für Gewerbekunden im Raum Münster ist dieses Programm eine interessante Ergänzungsförderung zum KWKG-Zuschlag.

💡 Förder-Hinweis

BHKW-Förderung: Was gilt bis wann?

Förderprogramme und ihre Konditionen können sich kurzfristig ändern. Lassen Sie sich vor der Investition individuell beraten, um keine Fristen zu verpassen. Unsere Mitarbeiter Roman Röwekamp und Niklas Wiewel behalten die aktuellen Programme für Sie im Blick.

Lohnen sich die Investitionskosten?

Kosten, Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die Investitionskosten für ein BHKW variieren je nach Anlagengröße, Brennstoffart und Systemintegration erheblich. Als grobe Orientierung:

  • Nano-/Mikro-BHKW (bis 5 kW el.) für Einfamilienhäuser: ca. 10.000 bis 25.000 Euro
  • Mini-BHKW (5–50 kW el.) für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe: ca. 25.000 bis 80.000 Euro

Die Amortisationszeit beträgt bei günstiger Auslegung und hohem Eigenverbrauch typischerweise 7 bis 12 Jahre. Durch KWK-Zuschläge, eingesparte Strombezugskosten und Wärmeerzeugungskosten können pro Jahr mehrere Tausend Euro eingespart werden. Eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung hängt von Ihrem individuellen Energieprofil ab.

Was Sie jetzt tun können – und warum Fachbetriebe entscheidend sind

Die Planung und Installation eines BHKWs ist komplex: Hydraulische Einbindung, Anmeldepflichten beim Netzbetreiber, Zulassung beim BAFA und die Optimierung der Betriebsstrategie erfordern Fachkenntnis. Fehler bei der Auslegung können dazu führen, dass die Anlage nicht wirtschaftlich läuft oder Förderansprüche verloren gehen. Die Schlering GmbH übernimmt für Sie:

  • Bestandsaufnahme und individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung
  • Planung und Auslegung der optimalen Anlagengröße und Systemkombination
  • Fachgerechte Montage und Inbetriebnahme
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und BAFA (KWK-Zulassung)
  • Förderantragsunterstützung für KWKG, KfW und progres.nrw
  • Wartung und Langzeitbetreuung

Fazit: BHKW als clevere Energiestrategie für den Raum Münster

Ein Blockheizkraftwerk ist keine Technologie der Zukunft – es ist eine bewährte, wirtschaftlich attraktive Lösung für heute. Wer Strom- und Heizkosten dauerhaft senken, die Eigenversorgung steigern und von staatlichen Vergütungen profitieren möchte, findet im BHKW ein leistungsstarkes Werkzeug. Besonders in Kombination mit Photovoltaik, Stromspeichern oder einer modernen Ladeinfrastruktur entsteht ein Energiesystem, das wirtschaftlich und ökologisch überzeugt.

Die Schlering GmbH begleitet Sie seit 1884 als regionaler Fachbetrieb im Raum Münster – von der ersten Idee bis zur fertig installierten und betriebenen Anlage.

Schlering-Monteure bei dem Vorgespräch

Möchten Sie wissen, ob ein BHKW für Ihr Objekt wirtschaftlich sinnvoll ist?

Oder interessiert Sie eine Kombination mit Photovoltaik, Speicher oder Ladetechnik? Unsere Experten Roman Röwekamp und Niklas Wiewel rechnen Ihnen Ihre individuelle Lösung durch – kostenfrei und unverbindlich.

Beratungstermine und Planung:
(0 25 38) 93 11 0.

Bildnachweise:
Bild 1: © Schlering GmbH; Viessmann
Bild 2: © Schlering GmbH
Bild 3: © Schlering GmbH; Viessmann

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